Jin-Shin-Jyutsu

Herkunft

Das Wissen um Jin-Shin-Jyutsu hat eine Jahrtausend alte Geschichte und war zeitweise verschollen. Erst Anfang des letzten Jahrhunderts wurde es von Jiro Murai in Japan wieder entdeckt, erforscht und in vielen tausend Patientenfällen erstmals dokumentiert. Seine Schülerin, Mary Burmeister, eine US-Amerikanerin mit Japanischen Wurzeln, hat das Wissen um diese alte Kunst in den 1950er Jahren in die westliche Welt getragen und die Anwendung über mehrere Dekaden systematisiert. Diese Arbeit und persönliche Hingabe war die Grundlage für die Verbreitung der Heilkunst durch Studium und Praktikum. Mary Burmeister ist im Jahr 2008 im Alter von 89 Jahren verstorben.  

 

Kunst/Methode  

Jin-Shin-Jyutsu ist keine Religion noch wird einem Meister gehuldigt. Nichts destro trotz steht Jin-Shin-Jyutsu in einem spirituellen Kontext.

Die Kunst/Methode basiert auf einem umfänglich beschriebenen System von Energiepunkten und -bahnen, die den menschlichen Körper bauen. Jin-Shin-Jyutsu beschreibt die anatomische Lage der Energiepunkte (sog. Sicherheitsenergieschlösser) und den Verlauf der Energiebahnen (z.B. Hauptzentralstrom, Betreuer- und Vermittlerstrom, 12 Organfunktionsenergien, etc.) durch den Körper. 

Disharmonien äussern sich in einem gestörten oder blockierten Strömungsbild. Durch die Zuordnung der Energiepunkte und Bahnen in Ebenen (den sog. Tiefen) können weitere Rückschlüsse gezogen werden, so dass sich ein sehr differenziertes Bild für jeden Menschen ergibt - in der jeweiligen Situation.  

Abb.1: Anatomische Position ausgewählter Sicherheitsenergieschlösser / Abb.2: Symbolische Darstellung des Behandlungsverlauf zur Harmonisierung der Lungenfunktionsenergie / Abb.3: Symbolische Darstellung des Behandlungsverlauf zur Harmonisierung der Herzfunktionsenergie

Zum Erkennen von Blockaden nimmt das "Pulse fühlen" einen großen Platz ein, ebenso die Beobachtungen beim "Körperlesen" des liegenden Körpers.

Die Wiederherstellung der Harmonie durch eine Jin-Shin-Jyutsu Behandlung aktiviert natürliche Selbstheilungsmechanismen.

 

Behandlung  

Sprechen wir im Jin-Shin-Jyutsu von der Behandlung, wird meist der Begriff des "Strömen" verwendet. Dieses hat aber nichts mit elektrischem Strom zu tun.  

Bei einer Behandlung nach Jin-Shin-Jyutsu legt der Behandler seine Hände und Finger auf definierte Energieschlösser, verbindet mit seinen Händen zwei oder mehrere Energieschlösser und verweilt eine Weile auf diesen Stellen, wechselt dann zu weiteren Punkten. Dabei wird kein Druck ausgeübt. Es werden auch keine Werkzeuge benutzt.  

Der zu Behandelnde liegt bei dieser Anwendung auf dem Rücken und ist vollständig bekleidet. Die Dauer einer Behandlung liegt bei ca. 45min.

Während einer Behandlung erreichen Sie eine tiefe Entspannung und können darüber auch einschlafen. Bei der Behandlung kann gesprochen werden, es kann ruhige Musik eingespielt werden oder einfach nur die regenerierende Kraft der Stille erfahren werden.

 

Selbsthilfe    

Der Selbsthilfe wird im Jin-Shin-Jyutsu große Beachtung geschenkt. Unter Selbsthilfe versteht man dabei die Anwendung an sich selbst. Hierzu sind entsprechende Abwandlungen der Griff-Folgen beschrieben. Unterschätzen Sie nicht die gewaltige Kraft dieser Selbsthilfe, die Sie am besten täglich praktizieren - so wie Sie Ihre Zähne putzen.  

 

Wortbedeutung

Die Wortbedeutung erklärt sich wie folgt:  

Jin ("Dschin") = der mitfühlene, wissende Mensch

Shin ("Schin") = der Schöpfer

Jyutsu ("Dschitsu") = Kunst

Oder einfach: "Die Kunst des Schöpfers durch den mitfühlenden Menschen"